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Langsur

Topographie

Das Dorf liegt am Rand des Kopfes einer ausgeprägten Flussschleife der Sauer. Das malerische Landschaftsbild wird von der Lage des Dorfes auf einer Nieder - und Mittelterasse der Sauer bestimmt, die bis zum Hals der Schleife in den sich aus Muschelkalk aufbauenden Gleithang übergeht. Die gegenüberliegende Sauerseite rahmt als steiler Prallhang die Flussweitung.
Die bis hin zur Löwener Mühle reichende Gemarkung liegt damit auch an der Mündung der Sauer in die Mosel. Die Gemarkung ist mit 231 ha klein und berücksichtigt nicht die zum Langsurer Bann gehörenden etwa 300 ha, die seit der Grenzziehung von 1815/16 auf Luxemburger Territorium liegen.

Namensursprung

978 wird die villa et marca Langasura, bzw. In einer anderen Ausfertigung der Urkunde, als Longasuram zusammen mit einem ersten Weinbaunachweis benannt. Dieser romanisierte Ortsname bleib ohne Verschleifungen und Verkürzungen während des Mittelalters in einzelnen Vokalvariationen erhalten. Erst im 15. und 16. Jh. Werden daneben die Formen Langsur und Langsuir verwendet. Der mundartliche Ortsname Laasa wurde beispielsweise 1843 der amtlichen Benennung in Klammern zugesetzt.
Der Ortsname setzt sich aus dem vorrömischen, von Ausonius um 380 als Sua bezeichnete Flussname der Sauer und aus Longa, als Hinweis auf die Siedlungsform längs des Flusses zusammen. In der Gemarkung und im Ort wurden mehrere Einzelfunde gemacht, die eine Besiedlung in der jüngeren Steinzeit und in der jüngeren Eifel-Hunsrück-Kultur belegen.
Einzelfunde deuten auf eine nicht nachgewiesen Villa in Langsur hin.  

Geschichte

978 schenkte der Trierer Erzbischof Egbert der Maternuskirche in Trier, einer Nebenkirche der Abtei St. Matthias, das gesamte Dorf mit seiner Gemarkung und weist diese Schenkung als nicht näher gedeutete Rückgabe aus.
1148 wird der Abtei der Besitz der Kirche in Langsur mit Zehnt und Zubehör bestätigt. Die in der Visitation 1570 mit dem Patrozinium der hl. Maria Magdalena benannte Pfarrkirche hatte keine Filialen. Das Patrozinium und die Lage in einem Bereich größerer Pfarrbezirke deuten auf eine nicht ursprüngliche Organisation hin. Nach 1570 wird als zweiter Patron die hl. Katharina genannt.
1473 bestand Langsur aus 16, 1534 aus 19 Feuerstellen. Vermutlich in Folge des Krieges, vielleicht auch wegen der Pest und einiger Fällen von Hexenwahns, hatte Langsur 1658 nur noch drei Feuerstellen. Im 18 Jh. hatte sich die Zahl der in der Gemarkung gelegenen Mühlen auf drei erhöht. Rechts der Sauer wurde ein der Abtei gehörendes Kalkwerk betrieben.
Nachdem Luxemburg als Wälderdepartment Frankreich eingegliedert worden war, wurde Langsur Mairie im Kanton Grevenmacher. Mit der Grenzziehung 1815/16 wurde das Dorf der Bürgermeisterei Igel zugeordnet. In den Gemeindebann fiel der schmale Uferstreifen mit der auf dem römischen Unterbau stehenden Sauerbrücke Wasserbillig. Der hier neubenannte Ortsteil Wasserbilligerbrück bestand 1843 aus einem Zoll- und einem Wirtshaus.
1818 hatte Langsur 316 Einwohner, 1843 408. Bis 1905 stieg die Einwohnerzahl auf knapp 600, erreichte 1939 778 und 1965 841.
Im späten 19 Jh. verbesserte sich die Verkehrsanbindung mit den Straßen entlang der Sauer. 1884/85 wurde mit dem luxemburgischen Bann verschiedene Sauerbrücken errichtet (1944 gesprengt, 1953 wiederaufgebaut). Der hier 1910 bis 1913 entstandene Abschnitt der Sauertalbahn berührte Langsur nicht, sondern schneidet den Hals des Flußmäandres mit einem Tunnel ab.
Das im Ort und in der Gemarkung mit 21 Bunkern des Westwalls durchsetzte Dorf wurde 1944 durch Artilleriebeschuss beschädigt.
Anstelle des 1826 erbauten, 1894 erweiterten Schulgebäudes wurde nach Kriegszerstörung 1951 ein neues Schulhaus errichtet.
 

Denkmalstruktur

Das historische Gefüge des Dorfes hebt sich als Randbebauung von der heutigen, sich über die Halbinsel erweiterten Siedlung ab. Der bis etwa Mitte des 19. Jh. bestehende Ortsgrundriß legte sich im Halbrund an das Sauerufer.
Das Dorf setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen. Der städtebaulich und ortsgeschichtlich herausgehobene Bereich bildet der von großen Freiflächen umgebene und das südliche Ortsdrittel einnehmende dorfherrschaftliche Bereich. Zusammenhängend und ineinander greifend wird er gebildet von den früher ummauerten Bereichen der Pfarrkirche mit dem Pfarrhof, der ursprünglich dreiflügligen Anlage des Hofgutes St. Matthias sowie der ehem. Bannmühle. In diesem Bereich wurde im 19. Jh. auch die Schule als Gemeindegebäude eingebunden.  

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